Das Ding mit der Vereinbarkeit. Oder: Was ein Kind alles kann…

Vereinbarkeit von Job und Familie? Unmöglich, oder? Oder zumindest sehr, sehr schwierig. Und anstrengend.

Das stimmt schon. Es IST anstrengend. Aber mal ehrlich: Über das erste Jahr mit dem kleinen Mann zu Hause habe ich das genauso gesagt. Vielleicht ist es immer irgendwie auch anstrengend mit einem kleinen Kind?

Und natürlich ist es tatsächlich schwierig, Arbeit und Familienleben zu managen, beides unter einen Hut zu bekommen, die Zeiten des Abholens, Arbeitens, Spielens zu planen und mit dem Partner und den Kollegen oder Vorgesetzten abzustimmen.

Aber, ich finde, mit der Vereinbarkeit ist es so ein Ding… Denn es ist nicht NUR anstrengend (zumindest nicht so viel mehr als sowieso mit Kleinkind). Es ist auch schön und erfüllend. Und noch etwas habe ich festgestellt: Es kann richtig gut tun! Verstehst Du nicht? Was ich meine, ist Folgendes:

Früher war es so, dass die Arbeit einen sehr großen Teil meines Lebens ausgemacht hat. Natürlich hatte ich meinen Mann, Freunde und Freizeit, aber ansonsten habe ich viel und gern gearbeitet. Und damit nicht genug: Selbst, wenn ich nicht gearbeitet hatte, war ich in Gedanken sehr viel bei der Arbeit. Ich löste so einige berufliche Probleme abends auf dem Sofa sitzend, während ich doch eigentlich einen schönen Abend mit dem Mann verbringen wollte. Das Gedankenkarussel drehte sich ununterbrochen.

Das ist nun anders. Die Arbeit nimmt immer noch einen großen Teil meines Lebens ein – aber der größte wird immer meiner Familie gehören, meinem kleinen Sohn und meinem Mann. Ich arbeite viel und gerne, wenn die Zeit dafür ist, sprich vormittags, wenn der kleine Mann in der Kita ist und abends, wenn er im Bett ist, manchmal. Aber ich habe gelernt, effizienter zu arbeiten. Die restliche Zeit verbringe ich mit Emil, dem Mann und Freunden. Und zwar nicht nur mit körperlicher Anwesenheit sondern ganz und gar, und ohne berufliche Probleme in Gedanken weiter zu wälzen. Nicht einmal ist es mir passiert, dass ich auf dem Spielplatz, beim Zu-Bett-bringen oder beim Spazieren mit dem kleinen Mann auch nur einen Gedanken an die Arbeit vergeudet habe.

Dass ein Kind so etwas kann – und das selbst mit mir, Workaholic – ist doch gar nicht so schlecht…

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